…tólfta daginn…

…in der Nacht beginnt es auch hier in Reykjavik zu schneien… dennoch ist das Treiben auf den Straßen auch in der Nacht noch zu hören… aber vielleicht sind wir auch so viel Zivilisation einfach nicht mehr gewohnt…

…die ganzen Häuser hier in Island sind sehr interessant gebaut… von Isolierung halten die hier jedenfalls nicht viel… was vermutlich daran liegt, dass Energie hier so gut wie nichts kostet, da sie direkt aus der Erde kommt…

…draußen tobt immer noch Sturm aber wir machen und auf zum Thingvallavatn… der See an dem die Kontinentalplatten auseinander driften… es ist schweinekalt und der Wind bläst so stark, das man tatsächlich kaum voran kommt…

…nein ich heule nicht… das ist der Wind schuld…

…und statt bei diesem Sturm noch zu irgendwelchen Wasserfällen zu fahren machen wir lieber einen Abstecher ins Umland… nach dort wo es brodelt…

…von hier wird heißes Wasser direkt nach Reykjavik befördert… mit schön schwefligem Geruch natürlich…

…Baustellen sind hier auch sehr interessant… da kommt ein Schild das aussagt, auf dem nächsten Kilometer wird gebaut… dann kommt ein Schild, welches aussagt, dass die Bauarbeiten hier beendet sind und dann kommt das:

…man fährt also einfach mitten durch oder so…

…wieder in Reykjavik wärmen wir uns erstmal auf nachdem wir dann auch den Hausschlüssel wieder gefunden haben…

…der Wind fegt immer noch mit 75 km/h und pustet uns in die Innenstadt…

…im drunken Rabbit ist Happy Hour und wir genießen den Sonnenuntergang auf der oberen Etage bevor wir essen gehen…

…das Snaps ist gerammelt voll und wir warten fast eine Stunde auf einen freien Tisch… aber die Muscheln sind super…

…satt und zufrieden gehen wir zurück zur Wohnung…

…ich mag ja Hinterhöfe sehr und so bunt Reykjavik ist… ich mag Hinterhöfe lieber…

…ach ja… es gibt heut Nordlichter (pünktlich zum Geburtstag vom Mann ❤ ) und von daher bin ich jetzt raus und mache Fotos 😛

Gute Nacht…

…ellefta daginn… Reykjavik…

…der Himmel reißt doch noch auf… wir starren raus und warten… nichts… der Wind hingegen ist so heftig, dass das Holzhaus in dem wir hier wohnen heftig wackelt und man fast Angst hat, dass die Scheiben bersten…

…das kleine Erdbeben direkt vor der Haustüre bemerken wir jedenfalls garnicht erst, weil ohnehin alles wackelt und rappelt…

…der Wind hält die ganze Nacht, so dass das Haus am Morgen eisig kalt ist… trotz Heizung…

…nach dem Frühstück geht es für uns auf die Weiterreise und schnurstracks in einen heftigen Sandsturm…

…wir überleben… Sandwürmer scheint es keine zu geben…

…dann wieder Eiswüste…

…wir fahren vorbei an der schlafenden Katla und betrachten sie ehrfürchtig… das Areal ist riesig in dem der Gletscher im ruhenden Vulkankrater liegt und wartet… die Katla ist längst überfällig und brach meist kurz nach ihrem Nachbarn Eyjafjöll aus… Eyjafjallajökull, ihr erinnert euch? Eyjafjallajökull bezeichnet aber eigentlich den Gletscher und nicht den Vulkan…

…und dieser liegt nun auch wieder friedlich im Tiefschlaf hier unter dieser Wolke… als könne ihn kein Wässerchen trüben…

…auf unserem Weg liegen immer wieder hübsche Örtchen wohin wir gern einen Abstecher machen…

…je näher wir Reykjavik kommen desto höher wird die Touristendichte… das gefällt mir nicht… am Skogarfoss fahren wir einfach vorbei, da man von Weitem schon die Busse und Menschenmassen sieht… am Seljalandsfoss ist nicht ganz soviel los aber da er schon vereist ist darf man nicht mehr dahinter laufen… schade…

…in Reykjavik angekommen erwartet uns eine Überraschung… unsere Airbnb Unterkunft ist der HAMMER!!! Wir haben eine ganze Etage eines wundervollen Hauses mit einer riesigen Küche und einem traumhaften Wintergarten… ich bin ganz verliebt…

…wir erkunden ein wenig die Stadt bevor wir es uns in der schönen Wohnung gemütlich machen…

…ein eisiges Hard Rock Café gibt es hier natürlich auch…

…saufende Nager…

…und diesen schönen Kameraden…

…es ist bitterkalt heute und der Wind geht durch… so sind wir alle froh über die Badewanne in der tollen Wohnung… frisch geputzt und satt dank toller Küche sind wir dann jetzt im Sofa-Mood in unserem isländischen Altbauwohnungstraum…

…gute Nacht!

…tíunda daginn…

…es ist sternenklar… die Milchstrasse steht in aller Pracht über uns und immer wieder gibt es Sternschnuppen zu sehen… ein Traum, wenn man auf die Milchstraße aus ist… doch wir warten auf Nordlichter…

…allen Prognosen zum Trotz ist die Sonnenaktivität niedriger denn je und die Wahrscheinlichkeit Nordlichter zu sehen mehr als gering… prima… es ist ja auch nur die erste klare Nacht hier… ernüchternd…

…nicht mal ein Ufo fliegt vorbei oder so… nichts…

…wir sitzen da und starren raus… Stunde um Stunde… es stürmt… wir starren… keine Ufos… keine Nordlichter…

…ich mache unzählige Fotos in alle Himmelsrichtungen… manchmal soll man die Nordlichter, wenn sie recht schwach sind, ja erst auf dem Foto erkennen können…

…aber nein… nichts…

…irgendwann geben wir auf und gehen schlafen… naja… ich versuche es zumindest aber ich bin zu traurig… ich kann nicht schlafen… ich stehe wieder auf und sitze auf dem Sofa bis sich um halb fünf der Himmel zu zieht… Orion wird von Sternschnuppen umtanzt… das ist zumindest ein schwacher Trost… dennoch… ich bin furchtbar enttäuscht…

…ich schlafe vielleicht drei Stunden und dann bin ich wieder traurig… heute Nacht soll es bewölkt sein und danach sind wir in Reykjavik… soviel dann zu den Nordlichtern…

…die Wolkendecke ist wie zu erwarten ziemlich dicht am Morgen…

…in weiten Teilen Island schneit es nun bis hinab an die Küste… hier auch…

…dennoch fahren wir bis Vik und kaufen mir endlich eine neue Mütze…

…Ähm ja… Hochzeitsreise nach Island sind offenbar voll im Trend…

…und wir kommen endlich mal dazu mit einem Lavafeld zu kuscheln… das Moos ist locker 20cm dick… total gemütlich und kuschelig…

…wir fahren vorbei an abgelegenen Farmen…

…eisigen Islandponys…

…und Autofriedhöfen… diese gibt es hier übrigens an jeder Ecke… sehr absonderlich… es wirkt als würden defekte Fahrzeuge einfach an Ort und Stelle stehen gelassen…

…zu Sonnenuntergang sind wir wieder am Haus… doch es zieht sich weiter zu und es gibt wenig Hoffnung auf klaren Himmel… morgen geht es nach Reykjavik und da ist es wohl eh zu hell für Nordlichter… nun zumindest habe ich eine neue Mütze…

…níunda daginn…

…es regnet in Strömen den ganzen Abend… aber der Hot-Pot hat heute 40 Grad… also rennen wir barfuß im Regen hinunter… es ist wundervoll, nur der Rückweg macht Angst… doch wir überleben knapp…

…genau wie angesagt reißt der Himmel zum Morgen hin dann wieder auf…

…die Schwarmbeben hingegen halten an…

…wir brechen auf ins Umland…

…Wasserfall am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen… dieser hier ist ein ganz kleiner für isländische Verhältnisse aber dennoch für mich der Schönste bisher… und wir sind ALLEIN!!!

…ah ja… Schafi ist auch allein… es ist schon lustig, dass immer und überall Schafe außerhalb der Weiden sind… gern auch mitten auf der Straße…

…und wildkacken mag man hier offenbar auch nicht… nun gut… das war auch nicht unser Plan…

…wir fahren weiter zu einer Schlucht, in der Hoffnung hier mit der Drohne fliegen zu können… aber der Wind ist einfach zu krass… mir fliegt nur der Hut weg…

…wir bleiben nicht lang und fahren in den nächsten Ort zum Einkaufen… der Supermarkt hier ist ziemlich klein und wo wir sonst von vollen Regalen verwöhnt waren herrscht hier gähnende Leere… es gibt also nur ein sehr improvisiertes Abendessen heute… egal… die Vorhersage für Nordlichter am heutigen Abend ist SUPER und der Himmel klar und die Sonne verzieht sich langsam…

…also wenn nicht heute, dann weiß ich es auch nicht… ich möchte bitte viele gedrückte Daumen heute Nacht… ich weiß, das ist unbequem beim Schlafen aber trotzdem… ich hab sogar bitte gesagt…

…áttunda daginn…

…der Himmel ist sternenklar und wir liegen im Hot-Pot unter der Milchstrasse und warten auf Nordlichter… ok… der Hot-Pot ist mit 32 Grad eher ein Lauwarm-Pot und statt Milchstrasse möchte ich lieber Nordlichter sehen… tue ich aber nicht… die ganze Nacht wieder nicht… stattdessen fallen beim zu Ziehen die Vorhänge von der Wand… im Bett fällt das Lattenrost raus, wenn man sich drauf legt… das Klo wackelt und der Duschvorhang hält an der letzten Schraube… nun… wenigstens der Sonnenaufgang kann was…

…ich habe Kopfschmerzen… vielleicht vertrage ich „echtes“ Bier nicht mehr?

…auch beim Sonnenaufgang ist man hier nicht mehr allein… wir sind keine 300km mehr von Reykjavik entfernt und DAS merkt man deutlich… die Einsamkeit der letzten Tage haben wir unwillkürlich hinter uns… das macht mich traurig…

…am ersten Cottage angekommen war wir uns nicht im Geringsten bewusst, dass es das Einsamste und Schönste der Reise sein sollte…

…heute gibt es zur Abwechslung auch mal Wasserfälle… ah und die Ringstraße… oh Wunder…

…derweil gibt es auf der anderen Seite der Insel Schwarmbeben seit gestern Abend und anhaltend… dies zeugt von Magmabewegungen unter der Erde…

…dies sollte auch bis zum Abend kein Ende nehmen… ich bin gespannt wie viele hundert Beben es werden… im März diesen Jahren zählte man über 600 an dieser Stelle in 48 Stunden…

…wir fahren zurück bis an den Jökulsárlón wo wir ein Bootstour auf dem Gletschersee gebucht haben… das Kind ist furchtbar aufgeregt… ich auch…

…dann geht es los quer über den See, entlang zwischen den riesigen Eisbergen…

…und ihren süßen Bewohnern… diese sind die Besucher offenbar gewöhnt, denn sie posieren possierlich vor den Kameras der Touristen…

…auf dem Rückweg kommen wir dann noch einmal an Mordor vorbei… ich finde das wurde auch höchste Zeit… dort waren wir lange nicht…

…und dann verschwinden wir endgültig im Nichts… werden von ihm verschlungen…

…bis es uns kurz vor unserem Cottage wieder ausspuckt…

…es ist Regen angesagt bis morgen früh… so bleibt es heute wieder bei Light-Beer ohne Nordlichter… meine Hoffnung liegt auf morgen Nacht… die Prognosen für die Sonnenstürme sind hervorragend und der Himmel soll klar bleiben…

…sjöunda daginn…

…Wolken… wir warten… Wolken… wir warten… irgendwann gehen wir ins Bett… ich stehen noch viermal auf in der Nacht aber der Himmel bleibt bedeckt bis es dämmert… dann ist kein Wölkchen mehr am Himmel zu sehen… ich fühle mich verarscht…

…wir packen zusammen und entschließen erst unterwegs irgendwo zu frühstücken… ein letzter Blick auf den See und dann verlassen wir Egilsstadir auf der Ringstraße…

…die Luft ist kalt und klar… die Sonne weckt die Berge aus ihrem kalten Schlaf…

…immer weiter schlängelt sich die Ringstraße durch Berg und Tal und Tunnel und Fjorde…

…und weiter geht es dann Fjord für Fjord entlang der Küste… immer weiter… und weiter… überall wo es schön ist machen wir einen kurzen Halt…

…bis wir dann irgendwann Höfn erreichen… Mittagspause und Wochenendeinkauf… eine neue Mütze finde ich immer noch nicht… das ist fast so schlimm wie mit Sonnenbrillen…

…voll bepackt und mit „echtem“ Bier im Kofferraum geht es weiter auf der Ringstraße bis zu DEM Fotografen-Traumziel… Diamond Beach…

…bei perfektem Licht… (m)ein Traum!!!

…Ja… es ist überfüllt… hier werden Busse von Touristen ran gekarrt… dennoch gelingt es mir die Bilder zu machen, die ich vor Augen hatte… ein beeindruckendes Erlebnis inmitten der Natur ist das hier allerdings aufgrund des ganzen Trubels nicht…

…gegen 18 Uhr kommen wir am nächsten Cottage an… es ist groß, alles funktioniert, wir sind ko, essen Hotdogs und warten auf Nordlichter mit „echtem“ Bier……….

…sjötti dagur…

…wieder keine Nordlichter… nur Wind, Wolken und Regen…

…am Morgen riecht es nach Schnee und die Berge um uns herum sind weiß angepinselt… der Schnee ist deutlich weiter in die Täler gezogen über Nacht… es ist kalt…

…zum Wärmen haben wir jetzt eine neue Kochplatte… super modern das Teil… man kann damit ganz sicher auch bis zum Mond fliegen… oder so…

…dann fahren wir nach… nach… nach wir wissen es garnicht wirklich… einfach los und oh Wunder… es gibt Wasserfälle …

…und Schafe…

…wir fahren weiter landeinwärts… da warten die drei von der Tankstelle auf uns…

…und vielleicht werden Islandponys und ich doch noch Freunde… dieses hier war jedenfalls totaaaaal verschmust und lieb… es hatte fast den Anschein als würden sie sich freuen Menschen zu sehen…

…dann geht es weiter ins Niemandsland… und immer weiter… wir versuchen über einen Bergpass zurück in die Stadt zu kommen…

…und weiter… das Wetter macht allerdings den Anschein als wolle es heute garnicht wirklich hell werden…

…wir sind 100km vom nächsten Ort weg und hier oben im Nichts kommen dennoch alle paar Kilometer noch kleine Farmen… irgendwo im Nirgendwo…

…bis es dann nicht mehr weiter geht… für uns…

…die Straße führt zunächst durch einen Fluß und dann ins Unbekannte… wir machen Kehrt und haben nun wieder 100km vor uns anstatt 40km… nun ja… so ist das eben…

…und dann müssen wir noch einen Umweg machen, denn wenn wir wieder zurück fahren kommen wir nicht an diesem wunderbaren Baum vorbei, den ich gestern am Straßenrand sah… ich habe selten etwas so tolles gesehen…

…und nun… das Übliche… warten auf Nordlichter… die Prognosen sind gut…

…fimmti dagur…

…eine Platte am Zwei-Platten-Kocher ist defekt… das gestaltet die Zubereitung des Abendessens etwas schwierig… Nordlichter gibt es auch wieder keine… nun gut… am Morgen melden wir den Schaden am Herd, mal sehen ob sich da was tut…

…wir machen uns gegen Mittag auf in die Fjorde… laut Road.is hält rings um uns der Winter mit großen Schritten Einzug… die Strecke die wir gestern gefahren sind ist nun von grün auf orange gesetzt… heißt stellenweise vereist… auch auf einigen Straßen in den Fjorde schneit es wohl derzeit… hier ist das Wetter noch recht freundlich als wir los kommen…

…doch bald fängt es auch auf unserer Strecke an zu schneien…

…der Schnee begleitet uns bis über den Pass… aber dann…

…weiter und weiter über endlose Küstenstraßen bis ans Ende der Welt…

…die Wetterkapriolen sind heute wieder gar wunderbar bunt in grau mit Regen, Sturm, Sonnenschein und Trollen die lachen wenn man pitschnass wird… das Kind macht einen Regentanz und schwupp… nass…

…und wieder saugen wir sie förmlich in und auf diese wundervolle Landschaft mit ihren Farben und dem Spiel aus Licht und Schatten, welches Sonne und Wolken uns hier vollführen… ein wirklich magisches Land dieses Island und schwer in Worte zu fassen welches Gefühl es einem gibt hier zu sein… Ehrfurcht trifft es vielleicht am besten… aber das ist bei Weitem keine ausreichende Umschreibung…

…heute wagen wir uns auch ein wenig ins Abseits… auf die F-Straßen…

…nach Mordor irgendwie mal wieder… aber das ist hier offenbar an jeder Ecke… und die Trolle? Man hört sie lachen… vermutlich wissen sie, dass wir wieder nur eine Herdplatte haben wenn wir heim kommen…

…das Meer ist hier oft kaum erreichbar von der Straße aus… die tollsten Farben und einsamen Strände… nur Baden wird hier kaum jemand…

…zu Guter letzt kommen wir noch vorbei am wohl coolsten Plumpsklo der Welt…

…und nun tun wir das was wir jeden Abend tun… Light-Beer trinken und auf Nordlichter hoffen… wobei… es könnte sein, dass wir heute noch eine der importierten Weinflaschen öffnen werden… mal sehen…

…fjórði dagur… Egilsstaðir…

…die Nacht ist ein Kampf zwischen Ellbogen im Gesicht und Besucherritze… wir sind gerädert und tatsächlich froh, als um sieben der Wecker klingelt… das Wasser hier riecht erdig und schwefelig… das mag ich…

…pünktlich um neun sind wir wieder auf der Ringstraße und zuerst geht es durch den Berg.. 7km Tunnel… mautpflichtig übrigens…

…nur ungefähr 30km sind es bis zum Godafoss, dem Göttetwasserfall wo der Sage nach die Isländer bei der Christianisierung ihre heidnischen Götzenbilder hinein warfen…

…leider werden die Touristen hier mit Bussen ran gekarrt, so dass wir nach ein paar Fotos schnell wieder die Flucht ergreifen und weiter fahren in Richtung Myvatn, dem Mückensee…

…also nach dem Schafstau dann irgendwie… ich bin ja völlig verliebt in diese kleinen süßen Puschel, wie sie da immer stehen und dem Wind trotzen mit ihrem langen zotteligen Fell… Islandschafe sind übrigens ähnlich wie die Pferde eine ganz eigene unverfälschte Rasse und wahnsinnig robust… das Kind und ich sind uns einig… wir nehmen die einfach mit…

…endlich am Myvatn machen wir eine kurze Frühstückspause zum Glück ohne Mücken bevor es weiter geht nach dort wo die Erde kocht…

…leider ist auch hier überall recht viel los, so halten wir uns nicht allzu lang auf…

…also weiter auf der Ringstraße durch endlose Lavafelder… ich sauge diese gigantische Landschaft in mich auf…

…dann kommen wir zum Dettifoss (am gegenüberliegenden Ufer stehen übrigens Menschen… ja man sieht sie nicht, ich weiß… aber sie sind da… nur mal so um die Ausmaße klar zu machen)…

…und weiter durch endlose Weite entlang der Ringstraße…

…bald sind wir in Egilsstadir… schnell wird noch etwas eingekauft und dann fahren wir zu unserem kleinen Cottage…

…tatsächlich ist es SEHR klein…

…hat was von Leben im Schuhkarton aber nun gut… Steckdosen gibt es ganze 3,5 Stück… also drei und eine kaputte…

…so sitzen wir nun in unserem Schuhkarton und genießen die Aussicht auf das Rollfeld des Flughafens… der nächste Flieger kommt in zwei Stunden… wir sind gespannt…

…þriðja daginn… Akureyri…

…es stürmt und stürmt die ganze Nacht… keine Nordlichter… wir schlafen früh und der Wecker klingelt um sieben… und es stürmt immer noch…

…wir kommen gegen neun los… es geht auf die Ringstraße in Richtung Akureyri… der Weg ist das Ziel und wir sind sehr gespannt was uns erwartet und zuerst einmal sind das rosa Heuballen… nun gut…

…weiter auf der Ringstraße…

…bis zum Glanni…

…und weiter auf der Ringstraße…

…übrigens gibt es hier so gut wie keine Möwen… dafür aber überall Unmengen an Schwänen und riesig große Krähen…

…dann geht es über den Pass nach Akureyri… die Landschaft ist Wahnsinn…

…Akureyri ist die zweitgrößte Stadt Islands… wir sind erstaunt wie ruhig und verschlafen dieses Nest ist… es wirkt als würde hier nur alle paar Tage mal ein Auto vorbei kommen… das ist natürlich etwas übertrieben aber viel los ist mal ganz und garnicht…

…es ist schön hier und beschaulich…

…ich versuche mir eine isländische Wolldecke im Ort zu kaufen… aber außer der Katze finde ich nichts sinnvolles in dem Laden…

…dann betreten wir das (den?) Vinbudin und schauen uns neugierig um… aber Flaschen mittelmäßigen Weines ab 15 Euro Aufwärts wollen wir dann doch nicht kaufen…

…wir nehmen ein paar Dosen Bier mit für umgerechnet ca. 1,50 Euro… das kann man vertreten und lecker ist es auch…

…wir essen heute ausnahmsweise mal auswärts in einem kleinen Burgerladen, wo die Preise noch einigermaßen annehmbar sind… an dem Laden nebenan, in dem Minkwal angeboten wird, gehen wir vorrüber… dann gibt es noch einen kleinen neugierigen Rundgang durch die Altstadt und dann soll es das für uns und Akureyri auch schon gewesen sein…

…morgen geht es weiter auf der Ringstraße…

… seinni daginn…

…die Vorhersage für Nordlichter am Abend ist nicht ganz aussichtslos und der Himmel nur milchig bewölkt… also dümpeln wir noch zwei bis drei Stündchen im Hot-Pot herum… natürlich ohne Nordlichter zu sehen… was auch sonst…

…dafür ist die Nacht ruhig und lang genug um ausgeschlafen zu sein…

…nach dem Frühstück wandern wir los von der Farm aus in Richtung Meer… das Wetter ist toll und das Licht unglaublich schön… direkt am Strand grasen ein paar Islandponys… offenbar finden Sie uns interessant, denn sie lassen uns nicht aus den Augen… anfänglich finde ich das etwas sonderbar muß ich zugeben… ich hab es nicht so mit Pferden… doch tatsächlich sind sie sehr freundlich und neugierig…

…ein kleiner Rundflug noch und dann flüchten wir vor dem einsetzenden Wind… es wird kälter… merklich kälter wie in den letzten Tagen…

…das Licht ist auch auf dem Rückweg noch einfach der Wahnsinn heute und die kleine Farm sieht aus wie gemalt vor der Bergkulisse…

…ein kleiner Snack und kurzes Aufwärmen, dann fahren wir einfach mal los in Richtung Berge… die Landschaft ist der Wahnsinn, man glaubt hinter jeder Ecke einen Troll zu finden oder zumindest ein Hexenhaus… und Trolle finden wir dann auch… versteinert am Berghang…

…Mordor ist auch wieder nicht weit, so wie mir scheint…

…es führen sogar Straßen dorthin… faszinierend…

…lang dauert unser Ausflug nicht… es ist verdammt windig und verdammt kalt… das Kind steigt erst garnicht aus… und wärmer soll es nicht werden… ganz im Gegenteil… das Wetter für die nächsten Tage sieht eher bescheiden aus und die Gegend in die wir morgen fahren ist noch ein gutes Stück rauher wie diese hier… ich bin gespannt…

…zum Abschied füllen wir unseren Hot-Pot heute schon früher, denn am Abend soll es regnen und wir wollen das auf jeden Fall noch einmal genießen hier… dazu gibt es Light-Beer mit ganzen 2,5% VOL… der Wahnsinn… aber es schmeckt gut und alles andere ist hier unbezahlbar… also das hört man jedenfalls so… wir selbst waren noch in keinem Alkoholgeschäft… aber das werden wir auch noch machen…

…doch vorher packen wir soweit schon mal alles zusammen, damit es morgen früh nicht mehr Zuviel zu tun ist… wir wollen zeitig los… die Strecke ist recht weit und die Verhältnisse der Straßen ungewiss…

…und dann wird es Nacht auf der kleinen Farm…

… fyrsta daginn…

…die Nacht ist unruhig und kurz… zwei Stunden Zeitverschiebung machen sich bemerkbar indem wir um sechs schon hellwach sind…

…aber das hat auch Vorteile… man bekommt den Sonnenaufgang mit… in all seiner Schönheit… ich stehe hinterm Haus mit Tränen in den Augen… diese Landschaft ist so unfassbar schön… ich bin gerade nicht sicher ob ich je etwas Schöneres gesehen habe…

…unser kleines Häuschen irgendwo im Nirgendwo…

…nach dem Frühstück machen wir uns auf in Richtung Kirkjufell… das Wetter verschlechtert sich rapide je näher wir den Bergen kommen und es schüttet wie aus Eimern als wir auf der anderen Seite am Kirkjufell ankommen… mir ist das erstmal egal und ich laufe trotzdem bis zum Wasserfall, der dank Sturm jeden klatschnass sprüht… und JA ich bin nass bis auf die Socken… aber in Island hat man Ersatzkleidung dabei… trotz Regen ist es voll hier und so fahren wir schnell weiter…

…es regnet und stürmt und regnet und stürmt… schon längst habe ich meinen Hut gegen eine warme Mütze getauscht…

…wir fahren weiter um die Halbinsel Sneafellsness, die man auch klein Island nennt, da landschaftlich hier ganz Island verkörpert ist… in Richtung Mordor geht es weiter würde ich sagen…

…wir sind dann doch lieber in die Kirche gegangen…

…es regnet weiter bis wir wieder am Ferienhaus sind… nun… hier ist alles trocken… naja… die Trolle jedenfalls fanden es offenbar lustig…

…und es regnet…

…jetzt auch hier…

…ich wollte eigentlich zu den Schafen und Pferden um lustige Fotos zu machen…

…if you don’t like the weather in iceland, wait five minutes…

…ich warte…

…und es regnet…

…ich warte…

…und es regnet…

…ich schäle Kartoffeln…

…und es regnet…

…kochen zum um Regenwetter zu überbrücken…

…und es regnet…

…wir essen… dann hört es auf… ziemlich lang fünf Minuten… die Pferde glotzen nur blöd und möchten nicht fotografiert werden… die Schafe ebenfalls… ohnehin ist es schon viel zu dunkel auf der kleinen Farm… wir belassen es also bei dem Versuch und drehen noch eine kleine Runde über dieses beschauliche Fleckchen Erde…

…welcome to Iceland…

…ich besteige ein Flugzeug und habe keine Angst… ich bin sehr erstaunt…

…wir sitzen in Reihe 21… schon eine ganze Weile… irgendwas dauert länger…

…dann geht es los und tatsächlich freue ich mich… ich habe keine Angst… wie wunderbar… das Essen an Bord schmeckt sogar dem Kind und so schaukeln wir gemütlich in Richtung Island…

…wir machen sogar ein kleines Nickerchen und ehe wir uns versehen sind wir in Island…

…den Mietwagen haben wir auch schnell und schon sind wir auf der Ringstraße…

…die Landschaft ist schon hier der absolute Wahnsinn und das Wetter wechselt tatsächlich im Minutentakt…

…im Supermarkt zahlen wir 21600 isländische Kronen für unseren Großeinkauf… dann geht’s ab ins Nichts… und Nichts haben die hier sehr viel!

…direkt neben dem kleinen Vulkan Eldborg (der ist echt niedlich) erreichen wir unser Cottage… ich muß sagen ich bin schockverliebt… ein kleines Holzhaus mitten im Nichts mit Hot-Pot…

…es gibt Spagetti mit Lachs und danach etwas Rotwein und eine Stunde im Hot-Pot… ein Traum…

…erster Tag Island – Volltreffer… würde ich sagen…

…und los geht’s…

…das Mondlicht hell durchs Wohnzimmerfenster als wir um halb fünf aufstehen… wie zu erwarten war die Nacht kurz und ich bin müde… die Koffer warten in der Küche schon ungeduldig auf uns… hektisch werden Brote geschmiert und noch einmal alles kontrolliert… Frau Stein nervenbündelt rum und dann klingelt es auch schon… das Taxi steht vor der Tür… also ab zum Bahnhof…

…die S-Bahn ist pünktlich und so rappeln wir los gen Köln… es ist nicht viel los um die Uhrzeit an einem Samstag morgen…

…auch im Köln läuft alles reibungslos… das ist gut für meine Nerven… aber ohnehin fällt es mir heute relativ leicht… bisher jedenfalls… ob das nun an einer veränderten Grundeinstellung oder an der Gewohnten liegt… aber das ist wohl auch völlig unerheblich..

…der ICE nach Frankfurt ist gerammelt voll und so geht es gequetscht zwischen Koffern und Menschen mit 291 km/h in Richtung Flughafen…

…das Gepäck verschwindet im praktischen Self-Service-Schalter und wir wandern den weiten Weg in Richtung Sicherheitskontrolle… es ist gerammelt voll hier und es dauert über eine Stunde bis wir endlich am Gate sitzen…

…dann summt das Handy… das Abfluggate hat sich geändert… na dann los… noch einmal quer durch den FAM… ein Traum… das Kind quängelt… mir ist warm… aber zumindest kommen wir an einem netten Trinkwasserspender vorbei und können unsere Flaschen füllen…

…das Abfluggate erreichen wir noch zeitig und nun geht es gleich los… dachten wir… dann ändert sich nochmal das Gate, da ein Flug nach Oslo unseres blockiert… also rennen wir den halben Weg wieder retour…

…jetzt aber dann… Island wir kommen…

…herbstig…

…geht es am Morgen weiter… die Nacht war unruhig und kurz… Zugverkehr, LKW und anderes seltsames Treiben auf dem Parkplatz… wir sind müde und hätten gern ein Klo… also fahren wir ohne Frühstück bis Maria Laach… die Wolken hängen tief in den Bergen und die Hänge sind herbstlich verfärbt…

…die Blubber befinden sich leider an einem anderen Stück des Sees, so dass wir keine zu sehen bekommen… dafür aber endlich Fliegenpilze…

…wir trinken einen Kaffee im Klosterrestaurant und schauen uns ein wenig um…

…zum Glück ist noch nicht viel los an diesem Vormittag… so können wir in Ruhe umherlaufen und alles betrachten…

…dann machen wir uns zeitig auf den Heimweg… denn wir haben noch alle Hände voll zu tun bis es am Samstag in aller Früh zum Flughafen geht… langsam macht sich auch Aufregung breit… hab ich an alles gedacht? Passt alles in die Koffer?

…und der Herbst hat nun auch endgültig zuhause Einzug gehalten… es sind 17 Grad im Haus als ich heim komme…

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