…KM 1935 – 2015… Tuja…

…meine Nacht endet um sechs in der Früh, weil mein Kopf Gedankenkonstrukte erfindet woher das seltsame Geräusch unterm Wohnmobil gestern Abend kam… da reichen die Realitätsmodelle von irgendeiner los gerabbelten Halterung bis zum Federbruch mit Werkstatt und Zwangsaufenthalt in Riga… um acht klingelt der Wecker… ich bin froh, denn so kann ich endlich aufstehen und unters Auto gucken… ich sehe nichts… nun gut… erstmal Kaffee…………

…wir stellen dann fest, dass es die Handbremse war, die nicht richtig angezogen war und das Geräusch machte… ich habe folglich wegen einer Handbremse nicht geschlafen… na danke… ich muß herzlich lachen…

…Abwassertank leeren (was auf den letzen Plätzen in Mitten der Natur nicht möglich war und so schleppen wir fast 40 Liter Grauwasser mit uns rum)… und ab in den Stau… Rigas Straßen sind voll aber so bekommen wir noch was zu sehen…

…so wie die Busse, die an Oberleitungen fahren… so wie wir sie in Valparaiso in Chile gesehen haben…

…dann wird der Verkehr weniger und es geht stadtauswärts…

…wir fahren noch einen Supermarkt an der etwas außerhalb gelegen ist und müssen mit Erstaunen feststellen, dass hier frische Produkte rar sind… wir bekommen keinen Blumenkohl, keine Gurken und auch keine Paprika… frisches Fleisch gibt es garnicht und so kaufen wir eingelegtes Schaschlik und Kohlrabi… auch gut…

…und endlich, nachdem wir unzählige Bahnübergänge gesehen und kilometerweit neben Schienen her gefahren sind sehen wir einen Zug… wir dachten schon, die Schienen wären nur zur Deko…

…immer wieder schön ist es auch, wenn man auf diesen einspurigen „Autobahnen“ von LKWs überholt wird…

…dann stranden wir in Tuja… leider müssen wir das Wohnmobil ganze 15 Meter vom Meer weg parken… ganz schrecklich hier… und dieses Getöse von den Wellen und diese Möwen… was ein wundervoller Platz…

…Riga-Cat ist begeistert…

…wir essen in der Strandbar des Platzes ganz wunderbar und ansonsten gibt es da auch wirklich nicht viel mehr zu berichten außer, dass es total toll ist direkt am Meer zu stehen… wärmer könnte es allerdings in den Abendstunden ruhig sein…

…KM 1711 – 1935… Hazenpot und Riga…

…die Nacht war unruhig und zu kurz… ob es am fast vollen Mond lag, dass ich mich die ganze Nacht im Traume durch postapokalyptische Welten kämpfen musste… man weiß es nicht… der Wecker jedenfalls erlöst mich aus der letzen aber ich brauche meine Zeit um mich wieder in dieser Realität hier einzufinden…

…dann nehmen wir Abschied vom Plumsklo mit Außenbeleuchtung und Lüftung…

…es ist seltsam wieder Schuhe zu tragen aber nun gut… es ist ja nicht für lange… Storchi kommt noch zum Abschied und dann geht es los…

…wieder geht es mit dem armen Pedro über endlose Schotterpisten… wir kommen nur sehr langsam voran…

…zum Glück ist es nicht weit und wir erreichen gegen Mittag Hazenpot/Aizpute… hier ist mein Großvater aufgewachsen und zur Schule gegangen… der Ort ist urig mit seinen Holzhäusern und verträumten Straßen… ein alter Mann mit Traktor winkt uns zu als wir vorbei fahren…

…es ist schön einmal hier gewesen zu sein und die Orte der Kindheit meines Großvaters besucht zu haben…

…zufrieden und glücklich über die schönen Eindrücke brechen wir auf nach Riga…

…auf dem Weg fahren wir noch an einem Baumarkt an, weil unser Radlager Fett verliert und wir zumindest den Verlust ausgleichen sollten…

…wir adoptieren einen neuen Mitbewohner… Riga-Cat wohnt jetzt bei uns im Pedro…

…Riga ist ein tolle Stadt mit viel Geschichte… an jeder Ecke und auf jedem Platz gibt es Musik und Strassenkünstler… viel junges Volk und Kneipenleben… Riga wirkt erfrischend lebendig und doch geschichtsträchtig… eine Mischung die mir sehr gut gefällt…

…es ist bunt hier und individuell… hier lässt man die Menschen so sein wie sie sind so scheint es… mir gefällt es sehr… es ist unkompliziert und frisch… es wirkt nicht in Normen gezwängt hier, sondern frei gewachsen…

…wir sind zufrieden mit unserem Endschluss in Riga Halt zu machen, auch wenn der Platz recht euer ist…

…KM 1711… ein Tag am Meer…

…um 12:30 Uhr in der Sonne frühstücken… Meeresrauschen… keine Menschen… ein Traum…

…dann geht es an den Strand und das soll es für heute auch schon gewesen sein… heute wird nur faul abgehangen, die Füße im Sand und die Nase in der Sonne…

…so lassen wir den Tag dahinziehen bis in den Nachmittag…

…dann wird es doch endlich mal wieder Zeit für eine Dusche… im Gegensatz zu den doch sehr gewöhnungsbedürftigen Plumsklos sind die Duschen wirklich schön gemacht… es sind kleine separate Holzhäuschen mit Ankleidebereich und Dusche, oben drauf hat es ein simples Dach aus Doppelstegplatten… eine einfache Konstruktion aber liebevoll hergerichtet… zwei Stück gibt es davon…

…dann zieht es Unwetter auf und wir beschließen noch vor dem Abendessen alles einzupacken, da wir ohnehin morgen weiter reisen…

…denn Rest des Abends verbringen wir dann lieber drinnen und damit die Reiseroute weiter zu planen… wir haben noch einiges an Zeit…

…KM 1711… Latvia Love!

…ausschlafen und dann dieser Ausblick…

…Kaffee bei Meeresrauschen… schwimmen in der Ostsee (wohl gemerkt ist das Wasser saukalt)… keine Menschen… nur das weite Meer und ein paar Möwen…

…dann fängt es erstmal an zu regnen und wir beschäftigen uns mit der Planung der weiteren Reise… in einer Regenpause mache ich mich auf zur Waschküche um Wäsche zu machen… zu meinem Erstaunen stelle ich fest, dass die vermeintliche Waschküche das Wohnhaus der Campingplatzbetreiber ist… man findet sich mitten im Wohn-Esszimmer wieder wenn man den Schuppen betritt… das Kinderzimmer für die mindesten 4 Kinder ist der Wohnwagen vorm Schuppen, den ich für die Rezeption gehalten habe… das erdet!!!

…sehr bald klar das Wetter wieder auf und wir können an den wundervollen Strand zurück… mehr ist heute auch garnicht nötig um glücklich zu sein…

…KM 1550 – 1711… Virga…

…am Abend hört man hier das Klappern der Störche vom Nest beim Nachbarhaus und das Rauschen des Meeres vor der Steilküste… ein Traum…

…am Vormittag brechen wir auf in Richtung Liepaja und stoppen zunächst für einen Großeinkauf… die Supermärkte hier haben auch Sonntags geöffnet, teilweise sogar bis Mitternacht…

…weiß jemand was DAS ist??? Ziemlich teuer ist es und es gibt viele davon…

…wir erreichen Lettland… wieder endlose Landstraßen geradeaus und Wald… viel Wald…

…die Querstraßen sind meist nicht geteert und in schlechtem Zustand…

…und dann kommen wir nach Virga… mir kommen die Tränen… mein Großvater wurde hier geboren… DAS war Ziel dieser Reise… den Geburtsort meines Opas zu finden… zu sehen wo meine Wurzeln sind… es berührt mich sehr hier zu sein…

…wenn man überlegt, dass mein Großvater als Jugendlicher mit seiner Familie zu Fuß bis ins heutige Deutschland gelaufen ist beeindruckt das schon sehr sehr…

…glücklich und gerührt lassen wir Virga hinter uns und peilen unser heutiges Ziel an… wir fahren 30 km weiter an die Küste auf einen kleinen Campingplatz mitten im Nirgendwo mit Plumsklo und Hängematten… einfach traumhaft, wenn man die Einsamkeit mag…

…einsame Strände mitten in Europa… ich bin ganz verliebt in dieses Land meines Großvaters… es ist wunderschön…

…einen Privatstorch gibt es hier auch… er setzt sich auch mal zwei Meter neben einen und lässt sich füttern… der Wahnsinn…

…ich bin wirklich sehr beeindruckt von diesem Land! Lettland übertrifft meine Erwartung um ein Vielfaches… es ist wirklich traumhaft hier und ich würde am liebsten einfach bleiben… zumindest für ein paar Tage darf ich das ja nun auch…

…hier gibt es kilometerweit nicht von rechts nach links nur unberührte Natur und schöne wilde Landschaft… nicht nur an der Küste auch im inneren des Landes ist die Landschaft ein Traum… hier kann man wahrhaft zur Ruhe kommen… ankommen…

…KM 1550… PAUSE in Klaipeda…

…trotz dem, dass wir bis halb zehn schlafen steckt uns der gestrige Tag doch noch gehörig in den Knochen… das war zwar eine Erfahrung wert aber nochmal muß ich das nicht haben… auch wenn die Landschaft in Kaliningrad wirklich toll ist und es außerhalb der Orte wunderbar nach wilden Blumen riecht…

…am Morgen bekommen wir dann unseren reservierten Stellplatz zugewiesen, denn gestern Nacht hat man uns nur neben der nächsten Steckdose eingeparkt…

…der Platz ist schön gelegen mitten im Nichts und es gibt eine Küche wie in einer WG mit Kühlschrank, Herd und Geschirr zur allgemeinen Nutzung… es ist wirklich alles sehr familiär hier und man fühlt sich wohl…

…die Häuser hier wirken wie von Pippi Langstrumpf…

…ach ja… und wieder einmal Toiletten in die man kein Klopapier werfen darf…

…der Strand ist unglaublich… alles so ursprünglich und unberührt… es ist wunderschön hier… das Stück Wald, welches man auf dem Weg zur Steilküste durchquert wirkt als würde jeden Moment ein Elf hinterm Baum hervor schauen…

…es tut gut am Meer zu sitzen und den Wellen beim Tanzen zuzusehen… vor allem nach dem gestrigen Tag… morgen geht es weiter…

…KM 1258 – 1550… nie mehr Kaliningrad…

…die Toilette im Haus des alten Mannes ist so ein Abenteuer für sich…

…aber nun gut… wir brechen zeitig auf… ein Stop am polnischen Lidl, für Lebensmittel zahlt man hier ungefähr die Hälfte von dem, was man bei uns zahlt… tanken hingegen ist in etwa gleich teuer… und dann geht es in Richtung Grenze… ich bin aufgeregt…

…wieder viel Landstrasse und viel Landschaft und viele Polizeikontrollen… dann kommen wir an die Grenze zu Kaliningrad…

…irgendwie fühlt man sich hier automatisch wie ein Schwerverbrecher… das Kind meint die Grenzbeamten sähen aus wie Aliens… nun gut…

…wir warten…

…offensichtlich hat man hier Zeit…

…und wir warten weiter…

…und warten…

…hier wird jedes Auto einzeln seziert…

…ich frage mich ob das wirklich so eine gute Idee war hier lang zu fahren…

…wir warten…

…und warten…

…nebenan wird jemand verhaftet… sehr unwirsch…

…man lässt und mit Absicht stehen und zieht andere vor…

…wir warten seit drei Stunden nun…

…dann dürfen wir vorfahren und man durchsucht das ganze Auto…

…dann noch endloses ausfüllen von Zoll Erklärungen… ich hoffe die Ausreise wird einfacher und wir bekommen noch eine Fähre nach Kleipeda…

…mir ist schlecht… zuviel Aufregung ohne Frühstück…

…Englisch spricht man hier nicht… aus Prinzip vermute ich…

…dann fahren wir landeinwärts durch wunderschöne Landschaft auf Kaliningrad Stadt zu… die Straßen sind gut und wir kommen gut voran… bis plötzlich die Stadtautobahn einfach gesperrt ist und wir abgeleitet werden… wundervoll, wenn man die Beschilderung nicht mal im Ansatz entziffern kann…

…wir schaffen es bis zur Kurischen Nehrung und stehen vor einer Schranke… mir wird schlecht… ich möchte nicht wieder zurück fahren… offenbar muß man hier bezahlen um weiter fahren zu dürfen… nun gut… wir zahlen 450 Rubel und dürfen passieren…

…und dann stehen wir wieder vor der Grenze… es sind 19:45 Uhr und vor uns tut sich nichts… nichts… und wieder nichts…

…nachdem wir diese Hürde in nur einer Stunde genommen haben stehen wir dann wieder für die Einreise nach Litauen… ich mag nicht mehr… aber zumindest gibt es viele Füchse am Straßenrand die neugierig gucken…

…bei Einreise werden dann nochmal 30 Euro fällig um diese Seite der Kurischen Nehrung zu passieren…

…um 22 Uhr geht die Fähre nach Klaipeda legt ab… und so lernt unser Pedro das fliegen… wir schaffen es pünktlich… nur um dann nicht mehr auf die Fähre zu passen… ich habe keine Lust mehr…

…dann endlich…

…wir setzen über und erreichen um 22:55 Uhr Ortszeit den Campingplatz… der nette Platzbetreiber erwartet uns schon wir dürfen trotz später Stunde noch auf den Platz fahren… wir waren nun 13 Stunden unterwegs und das für knappe 300 km…

…KM 982 – 1258… die Marienburg…

…die Nacht beginnt früh, denn diesmal halten wir uns an die Vorsätze und sind dann tatsächlich ausgeruht und fit, wenn auch nicht sonderlich früh wach…

…wir nehmen Abschied von dem idyllischen See und machen uns wieder auf zu endlosen Landstraßen… doch vorerst warten wir auf die Fähre, die tatsächlich nur alle zwei Stunden fährt…

…weiter ostwärts…

…noch schnell im nächsten Biedronka Wasser und Brot kaufen… ich bin etwas überfordert mit den Eindrücken und der unwirschen Kassiererin die motzig irgendwas auf polnisch zu mir sagt… ich zucke mit den Schultern und bezahle…

…und noch weiter ostwärts…

…und dann das erste bewohnte Storchennest 🖤

…und einen Babyfuchs…

…weiter ostwärts… und hingegen meines ersten Eindrucks muß ich sagen, sind die Landstraßen top in Schuss und gut zu befahren… und so rollen wir weiter gen Malbork (Marienburg)…

…Autobahnen gibt es hier so gut wie keine und so sind die Landstraßen das Mittel der Wahl auch für Lieferverkehr…

…unterwegs wird noch schnell der Campingplatz für morgen Abend gebucht, damit wir das morgen aus dem Kopf haben… der morgige Tag wird aufregend genug… für mich jedenfalls…

…natürlich knallt mir in der Pause die Sonnenbrille vom Kopf und bricht… also… neue muß her… mal wieder…

…zu guter letzt überqueren wir die Weichsel und erreichen Malbork…

…wir stehen im Garten eines älteren Herren, der hier Wohnmobile parken lässt… natürlich nicht kostenfrei… aber man wird herzlich begrüßt und fühlt sich sehr willkommen hier…

…direkt über die Brücke zu erreichen ist die Marienburg… das größte Backsteingebäude Europas… ein wirklich beeindruckendes Bauwerk…

…wir drehen eine Runde um die Burg und durch den Ort, dann finden wir uns zum Abendessen in Papas Restaurant ein… für das wirklich gute Essen plus Getränken zahlen wir mit gerade mal 14 Euro weniger wie für die Nacht in Opas Garten…

…KM 982… (Un)ruhetag in Bledno…

…nachdem der Regen sich verzogen hat genießen wir den Abend am See und vor allem die Ruhe…

…es ist wirklich ein traumhaftes Fleckchen Erde hier… ganz wunderbar…

…später bekommen wir dann sogar noch die Milchstraße zu sehen… ein Traum…

…in der Nacht zieht Nebel auf und taucht den ganzen Platz in ein gespenstisches Licht… wundervoll…

…erst am Morgen wird die beschauliche Ruhe jäh gestört vom Rasenkanntenschneidern… dies zieht sich leider auch bis in den Nachmittag so durch… unschön… und schön aufpassen wo man hin tritt…

…auch unschön ist, dass das Kind offenbar mit dem falschen Fuß aufgestanden ist und sich benimmt wie die Axt im Walde… wir tragen es mit Fassung… oder versuchen es zumindest…

…am Nachmittag bricht dann auch noch ein Sturm über uns herein…

…gekocht und gegessen wird also heute drinnen und so habe ich zumindest die Chance ein paar der dreitausend Mücken zu erledigen, die uns nachts im Wohnmobil als Hauptspeise betrachten… wir sehen aus wie die Streuselkuchen…

…aber sei’s drum… stört mich heute nicht mehr… ich bin durch und das Kind hasst mich auch… kein guter Tag… kein guter Tag…

…KM 714 – 982… Halbzeit in Bledno…

…das letzte Glas Wein war wohl schlecht… dabei wollten wir eigentlich brav früh ins Bett gehen… aber wie ist das oft mit den Vorsätzen… und so quält uns der Kopf ein wenig… das Kind quält die bevorstehende Abreise und der damit verbundene Abschied von seiner „Gang“… es fließen ein paar Tränen, es wird sich herzzerreißend gedrückt und dann rollen wir vom Platz… eine Runde Netto und ab auf die nächste endlose Landstraße durch endlose Wälder und Felder…

…quer durch die Feldberger Seenlandschaft… wunderschönes Deutschland… das Wasser ist türkisgrün… umgeben von der Hügellandschaft fühlt man sich hier wie im Auenland…

…und endlos weite Felder und Ackerflächen… das habe ich SO auch noch nie gesehen… es wirkt etwas als wäre die Zeit hier stehen geblieben… Autos begegnen uns nur wenige…

…und dann verlassen wir Deitschland auf der A11 in Richtung Stettin…

..wir gewöhnen uns dann mal an die polnischen Strassenverhältnissen… und an die seltsamen Vorkommnisse… da schleppt ein Fahrzeug einen Transporter auf die Autobahn… ein paar Meter weiter hält einer einfach an… naja… kann man mal machen… muß man aber nicht…

…und dann stehen Kühe mitten auf der Landstraße… auch schön…

…ich muß berichtigen, dass die meisten Landstraßen bisher wirklich gut in Schuß und 1A zu befahren waren… nur in den Orten war es schon mal etwas schwierig…

…auch hier steht viel leer und verfällt… es ist interessant hier durch die Orte zu fahren und zu sehen wie die Menschen hier leben…

…und dann sind wir endlich da… Kemping Inter Nos auf der Insel… total süß gelegen und hier haben wir endlich mal Ruhe vor so ungefähr allem (außer der Mücken)… wir stehen allein direkt am Wasser…

…KM 714… ein Tag Auszeit…

…der Campingplatz ist groß und voll und man hat weniger Privatsphäre als einem lieb ist… hier stehen alle kreuz und quer unter den Bäumen verteilt… aber toll gelegen direkt an der Müritz mit Strand und allem was man braucht… gut jedenfalls um dann endlich mal einen Tag Urlaub genießen zu können…

…die Nebelkrähen in den Bäumen begrüßen uns beim Frühstück und wir stellen mit Erstaunen fest, dass irgend ein Tier sich über den Müll hergemacht hat… so ganz klein ist es anhand der Bissspuren wohl auch nicht gewesen…

…die Duschen sind überraschend schmutzig und winzig noch dazu… hier ein Foto der Putzfrau…

…zumindest bin ich jetzt sauberer als die Dusche… Zweck erfüllt…

…das Wasser der Müritz hingegen ist herrlich und so flach, dass man weit draußen bequem spazieren und Fischschwärme beobachten kann… auch richtig große Ringelnattern tummeln sich hier im Wasser und schwimmen fröhlich vor dem Strand ihr Bahnen… eine wahre Wonne für Kinderherzen…

…wir essen am Abend im Campingplatz eigenen Restaurant und ehe wir uns versehen ist das Kind mit einigen anderen Jungs verschwunden um Mädchen an Bäume zu fesseln… nun gut…

…wir gehen vorsichtshalber lieber wieder zum Wohnmobil und entfliehen somit auch dem gerade einsetzenden Regen… da wir morgen weiter wollen lassen wir den Abend ruhig ausklingen…

…KM 431 – 714… die Müritz…

…die Nacht ist erstaunlich ruhig und erholsam auf unserem öffentlichen Parkplatz an der Aller… auch der neue Flötenkessel besticht am Morgen nicht durch Lautstärke und so müssen wir das immer noch schlafende Kind selbst wecken…

…dann verlassen wir Celle und sein Käfertreffen in Richtung Bad Bevensen um meinen Vater zu besuchen… Mittagessen und dann weiter Richtung Osten…

…über endlose Landstraßen immer geradeaus…

…die ersten Störche sehen wir auch… was für tolle Tiere 🖤

…auf dem Rücksitz lässt das Kind sich den Ventilatorwind um die Ohren pusten und singt dabei Ärzte Songs… ein Traum…

…und weiter über endlose Landstraßen… durch verträumte Dörfchen und wieder endlose Landstraßen… die Verkehrsdichte nimmt merklich ab und wir sparen es uns überhaupt den Umweg bis zur nächsten Autobahn zufahren…

…wir queren die Elbe, die früher hier als innerdeutsche Grenze fungierte und befinden uns nun in der ehemaligen DDR…

…die Landstraßen werden merklich schlechter und wir kommen teilweise nur langsam voran, da unser Pedro doch sehr schaukelt… die Landschaft ist toll und die Dörfchen durch die wir kommen wunderschön… allerdings steht auch viel leer und verfällt…

…je weiter wir in Richtung Müritz kommen um so einsamer wird es… da trifft man eher Hühner auf der Straße statt anderer Autos…

…nach ingesamt 4 Stunden Fahrt sind wir dann endlich an der Müritz angekommen…

…gerade angekommen müssen wir feststellen, dass das Klo bis obenhin voll Wasser steht… noch besser… es ist über gelaufen… warum? DAS ist und ein Rätsel… denn schließlich muß man die Spülung betätigen, damit Wasser läuft… wie dem auch sei… Wasser im Wohnmobil scheint nicht unser Freund zu sein auf dieser Tour…

…heute machen wir nachdem nicht mehr viel… duschen… essen kochen… und endlich ein Urlaubsgefühl haben… beim kochen habe ich heute tatkräftige Unterstützung…

…die Sonne geht hier schon deutlich früher unter als in den letzten Tagen und so bin ich erstaunt, dass es um 21 Uhr schon dunkel ist…

…KM 182 – 431… Celle…

…die Nacht ist kurz und drei Millionen Mücken erfreuen sich unseres Blutes… das Kind gleicht am Morgen einem Preisboxer und überhaupt hat es hier wenig Schönes… sardinendosengleich aufgereiht steht man hier in terrassenförmig angelegten Stellquetschplätzen…

…das warme Wasser der Duschen kostet nichts dafür lässt aber auch die Sauberkeit ziemlich zu wünschen übrig… überall wimmelt es von Spinnen und Urinmotten… duschen gehe ich trotzdem aber schön ist anders…

…wir reisen weiter gen Celle, eine liebe Freundin besuchen… nicht aber ohne vorher noch eine neue Tauchpumpe zu kaufen UND einen knallgrünen Flötenkessel… dazu bekomme ich eine wunderschön effiziente Fliegenpatsche geschenkt… danke dafür!!!

…der Wasserschlauch im Bad versagt seinen Dienst tropft vor sich hin… nun gut… da kümmern wir uns später drum… genau wie um die Undichtigkeit zwischen Markise und Wohnmobil…

…kurz vor Celle fahren wir von der A 7 und werden von leichten Mädchen in Gardinen gekleidet am Straßenrand begrüßt… es regnet und auf dem Rücksitz dröhnt „Willi will’s wissen“…

…der Wohnmobilstellplatz ist randvoll und wir bekommen keinen Platz mehr… also weichen wir aus auf einen großen Parkplatz am Rande der Stadt, dort soll man auch stehen dürfen… wenn dort nicht gerade Käfertreffen ist… schlußendlich stehen wir auf irgend einem öffentlichen Parkplatz und hoffen dort nicht verjagt zu werden des Nachts…

…Celle ist eine hübsche alte Stadt mit jeder Menge kleinen Gässchen und hübschen Plätzen… Fachwerk an jeder Ecke…

…wir essen bei einem Italiener direkt an der Aller… es ist wunderschön hier und wir genießen noch die Zeit bis zum Sonnenuntergang am Wasser…

…zurück am Parkplatz müssen wir festgestellten, dass wir nicht mehr allein sind… wo zuvor nur ein paar PKW standen sind jetzt locker 15 Wohnmobile zugegen… wir waren mit unserer Idee also nicht allein… das lässt allerdings hoffen hier nicht verjagt zu werden… wir sind gespannt…

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